Luxemburg und Quedlinburg – 25 Jahre Weltkulturerbe- Gemeinsamkeiten und Herausforderungen

8 juillet 2020-17 décembre 2020
Éducation, Développement durable
Livre

Am 17. Dezember 1994 erklärte die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) die ehemaligen Festungswerke und die Altstadt Luxemburgs sowie in Quedlinburg den Stiftsberg mit Stiftskirche, Westendorf, Altstadt und Neustadt, Münzenberg sowie Wiperti zum universellen Erbe der Menschheit. Obwohl Quedlinburg und Luxemburg sehr verschieden in ihrer Grösse sind (Quedingburg hat 23.978 Einwohner; Luxembourg: 122.273), gibt es doch eine Menge an Gemeinsamkeiten die beide Weltkulturerbestädte mit einander verbinden.

Beide Städte sind nach dem Kriterium IV in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden.  Bei der Stadt Luxemburg war es die bedeutende Rolle in der europäischen Geschichte über mehrere Jahrhunderte sowie die Bewahrung wichtiger Überreste seiner beeindruckenden Befestigungsanlagen und seiner alten Viertel, in einer außergewöhnlichen natürlichen Umgebung die zum Welterbetitel führten.

In Quedlinburg lag der außergewöhnliche, universelle Wert in der besonderen Bedeutung als einflussreiche Stätte deutscher Geschichte sowie auch als herausragendes Denkmal der Stadtbaugeschichte. Die zeitweilige Rolle als »Hauptstadt« des Königreiches von Ostfranken, später des Heiligen Römischen Reiches unter der Dynastie der Ottonen, ist durch viele Quellen belegt und spiegelt sich in der Stadtstruktur und in den Gebäuden wider. Weithin sichtbares Zeugnis dieser historischen Bedeutung der Stiftsherrschaft ist die mächtige Stiftskirche St. Servatius mit Schloss, eindrucksvoll in Größe und Ausdruck über der Altstadt thronend.

Beide Städte sind im 10. Jahrhundert entstanden. Der mittelalterliche Stadtgrundriss und außergewöhnlich vielen Anteile der mittelalterlichen Bebauung sind bis heute authentisch erhalten und ablesbar.  In Quedlinburg wurde von der UNESCO gleichzeitig der einzigartige Bestand an Fachwerkbauten aus mehreren Jahrhunderten gewürdigt.

Das Welterbegebiet umfasst in Quedlinburg den Stadtkern, in der städtebaulichen Ausdehnung aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, mit einer Gesamtgröße von ca. 84 ha (Luxemburg 29.94 ha), umringt von alten Befestigungsanlagen. Beide Welterbestädte besitzen eine schützende Pufferzone die in Luxemburg ein Gebiet von 108,73 ha, in Quedlinburg von 158 ha umfasst. Dieses Gebiet ist grösser in Quedlinburg, da hier die Stadtfläche 10,44km2 beträgt, in Luxemburg nur 51.73 km2

Weiteres gemeinsames Merkmal ist die Aufgabe die historische Bausubstanz zu erhalten und zu schützen.

Der historische Stadtkern Quedlinburgs blieb im Gegensatz zu vielen anderen Städten in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert von Kriegseinflüssen, Zerstörungen, großflächigen Abrissen und unwiederbringlichen Veränderungen der Strukturen der Bausubstanz weitgehend verschont. Mit der über Jahrzehnte währenden Vernachlässigung von Instandhaltung und Modernisierung während der sozialistischen Regierungszeit der DDR verschlechterte sich zwar der Zustand vieler Gebäude und Freiflächen, allerdings blieben diese so in ihrer Authentizität bewahrt.

Die Aufgaben der Sanierung bestehen vor allem darin, die Stadt an den gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnissen ihrer Bewohner auszurichten. Gleichzeitig soll das nach außen sichtbare Bild Quedlinburgs sowie auch die innere Qualität der Häuser anhand denkmalpflegerischer Grundsätze behutsam erhalten bzw. erneuert werden.

Bürger und Institutionen – hier insbesondere die Bauordnungs- und Denkmalschutzbehörden und die Stadtverwaltung beraten und begleiten die Bauherren während der Sanierung. Neben viel Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt und finanzieller Förderung gehören aber auch Liebe für die Stadt und ihre Menschen zu den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Sanierung.  Oberstes Ziel ist es, das Welterbegebiet nicht in ein Museum zu verwandeln, sondern in einen Raum, in dem die Bewohner und ihre Gäste arbeiten und wohnen sowie eine Vielzahl an Freizeitbedürfnissen ausleben können.

Zum Erhalt und der Wiederherstellung der historischen Stadtstrukturen gehört auch das Thema Neubauten im Welterbe. Die Stadtreparatur in der Altstadt muss auf einem hohen städtebaulichen Niveau erfolgen und die errichteten Neubauten sollten sich nahtlos in die historische Umgebung einordnen. Eine Aufgabe die viel Abstimmungsbedarf und einen respektvollen Umgang aller Beteiligten am Bauverfahren benötigt.

Nicht nur die Bausubstanz auch die Werbung an den Geschäften wird in der Welterbestadt Quedlinburg individuell an die Gebäude angepasst.  Lohn für diese Bemühungen ist eine unverwechselbare einzigartige Stadt mit einem besonderen Wohn- und Einkaufsambiente.

Durch die vielfältigen Herausforderungen zum Erhalt der historischen Bausubstanz konnten sich hoch spezialisierte, handwerkliche Betriebe in der Region etablieren. Diese Betriebe, die traditionelle Techniken besonders im Fachwerkbau beherrschen und weiterentwickeln, sind aufgrund ihrer hohen Qualifikation teilweise überregional oder gar international tätig.

Die Bemühungen der Sanierung der historischen Bausubstanz führte zu einer positiven Entwicklung der Gästezahlen.

In Anerkennung des bisher geleisteten darf Quedlinburg seit dem 29. März 2015 offiziell die Bezeichnung »Welterbestadt Quedlinburg« führen. Dieser Titel ist ein Alleinstellungsmerkmal mit einem bedeutenden Werbeeffekt für den Tourismus und die heimischen Unternehmen.

In der Welterbestadt Quedlinburg wird Kultur gelebt!

Der Veranstaltungskalender bietet vielfältige und hochkarätige kulturelle Events über das ganze Jahr verteilt. Der Höhepunkt zum Abschluss eines jeden Jahres ist die »Adventsstadt Quedlinburg« mit dem »Advent in den Höfen« an den ersten drei Adventswochenenden.

Beide UNESCO-Welterbestädte haben trotz unterschiedlicher Erscheinungsbilder und Herausforderungen die gemeinsame Aufgabe, die historische Bausubstanz zu erhalten und die Städte lebendig zu gestalten und diese so für zukünftige Generationen zu bewahren.

Erfahren Sie mehr über die Welterbestadt Quedlinburg unter www.quedlinburg.de.

Horaire
8 juillet 2020-17 décembre 2020
Lieu
Producteur/porteur du projet
Stadt Quedlinburg
Quedlinburg
Markt 1, 06484 Quedlinburg Quedlingburg
Contact
Katlschmidt, Kathrin
Katrin.Kaltschmidt@quedlinburg.de